Selbstverständnis – Offenes Antifa Treffen (OAT)
Selbstverständnis
Links zu sein bedeutet für uns, Teil einer progressiven Bewegung zu sein, die sich für gesellschaftliche Veränderung einsetzt und auf Gerechtigkeit und Befreiung zielt. Während Rechte und Konservative an alten Machtverhältnissen festhalten, kämpfen Linke dafür, dass alle Menschen als gleich anerkannt und behandelt werden.
Linkes Handeln basiert auf der Überzeugung, dass niemand mehr wert ist als andere, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Sexualität, Status oder Aufenthaltsrecht. Diese Haltung ist der Ausgangspunkt unseres Handelns. Wir sind uns dabei unserer eigenen Privilegien und unserer Sozialisierung in einem rassistischen System bewusst. Nur durch kontinuierliche Selbstreflexion und offene, kritische Diskussionen können wir uns und unsere Praxis weiterentwickeln.
Links zu sein heißt deshalb, sich aktiv gegen Unterdrückung zu stellen, für marginalisierte Menschen einzutreten und Systeme wie Kapitalismus, Kolonialismus, Nationalstaaten und Imperialismus abzulehnen. Wir kritisieren eine Gesellschaft, in der Reichtum und Produktionsmittel wenigen gehören, während viele in Unsicherheit leben.
Diskriminierungen, ob rassistisch, antisemitisch, sexistisch, queerfeindlich, klassistisch oder ableistisch, sind für uns nicht hinnehmbar.
Die Antifaschistische Aktion ist der organisierte Widerstand gegen faschistische Ideologien und Strukturen mit allen verfügbaren Mitteln. Dazu zählt politische Praxis wie Demonstrationen, Blockaden oder Aufklärungsarbeit, gesellschaftliche Praxis wie Solidaritätsnetzwerke, Bildungsarbeit oder die Unterstützung von Betroffenen rechter Gewalt sowie kulturelle Praxis wie antifaschistische Konzerte, Kunstaktionen oder alternative Medienprojekte. Auch ziviler Ungehorsam gehört dazu, zum Beispiel Sitzblockaden gegen Naziaufmärsche, das Entfernen rechter Propaganda oder die Verweigerung der Zusammenarbeit mit Behörden.
Wir handeln in dem Bewusstsein, dass Reichtum und Armut sowie Macht und Ohnmacht keine Zufälle sind. Sie entstehen aus einem System, in dem wenige besitzen und viele ausgebeutet werden. Diese Verhältnisse müssen grundlegend verändert werden. Befreiung ist für uns keine abstrakte Idee, sondern ein materieller Prozess, der nur gemeinsam erkämpft werden kann.
Der Staat ist für uns kein neutraler Vermittler, sondern verteidigt die Interessen der Besitzenden. Polizei, Gerichte und Behörden sind ihrem strukturellen Zweck nach nicht auf unseren Schutz ausgerichtet, sondern auf die Stabilisierung und den Erhalt bestehender Macht und Herrschaftsverhältnisse. Deshalb setzen wir auf Strukturen von unten: Selbstorganisation, gegenseitige Hilfe, direkte Aktion.
Wir stellen uns ausdrücklich gegen die sogenannte Extremismus Logik, die antifaschistischen Widerstand mit rechter Gewalt gleichsetzt. Wer Täter*innen und Widerstand gleichsetzt, verharmlost die Gefahr von rechts und diffamiert jene, die ihr entgegentreten.
In unserem Alltag, in unserer Stadt und überall, wo rechte, faschistische oder menschenfeindliche Kräfte auftreten, leisten wir Widerstand. Organisiert, solidarisch und entschlossen.
In einfacher Sprache
„Links“ zu sein heißt für uns: Wir wollen die Gesellschaft verändern. Wir wollen, dass es gerechter zugeht. Wir wollen Freiheit für alle Menschen. Und wir wollen, dass niemand unterdrückt wird.
Rechte und konservative Menschen wollen oft, dass alles so bleibt wie früher. Linke Menschen sagen: Das ist ungerecht. Alle Menschen sind gleich viel wert. Und alle Menschen sollen auch gleich behandelt werden.
Wir glauben: Kein Mensch ist besser oder wichtiger als ein anderer. Das gilt für alle Menschen, egal woher sie kommen, welches Geschlecht sie haben, wen sie lieben, wie viel Geld sie haben oder ob sie einen sicheren Aufenthaltsstatus haben.
Diese Überzeugung ist die Grundlage unseres Handelns. Wir wissen aber auch: Wir selbst haben Vorteile, die andere nicht haben. Und wir sind in einer Gesellschaft aufgewachsen, in der Rassismus normalisiert wird. Deshalb hinterfragen wir uns selbst immer wieder. Wir reden offen miteinander und üben Kritik, um dazuzulernen und unser Handeln zu verbessern.
Links zu sein heißt für uns auch, aktiv gegen Unterdrückung vorzugehen. Unterdrückung bedeutet, dass Menschen klein gehalten, ausgegrenzt oder benachteiligt werden. Wir stellen uns an die Seite von Menschen, die davon betroffen sind.
Wir lehnen Systeme ab, die Ungleichheit erzeugen. Dazu gehören der Kapitalismus, bei dem wenige Menschen sehr reich sind und viele ausgebeutet werden. Dazu gehören auch Kolonialismus, Nationalstaaten und Imperialismus, also Systeme, in denen Länder oder Gruppen über andere herrschen. Wir kritisieren eine Gesellschaft, in der wenige Menschen viel besitzen, während viele Menschen Angst vor Armut, Jobverlust oder Wohnungslosigkeit haben.
Diskriminierung akzeptieren wir nicht. Diskriminierung heißt, dass Menschen schlechter behandelt werden. Das betrifft zum Beispiel Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit, Ausgrenzung armer Menschen oder die Abwertung von Menschen mit Behinderungen.
Antifaschistische Aktion bedeutet: sich organisiert gegen Faschismus zu wehren. Faschismus ist eine Ideologie, die Menschen ausgrenzt, Gewalt verherrlicht und oft zu rechter Gewalt führt. Unser Widerstand hat viele Formen. Dazu gehören Demonstrationen, Blockaden und Aufklärungsarbeit. Dazu gehören auch Solidaritätsarbeit, Bildungsangebote und die Unterstützung von Menschen, die von rechter Gewalt betroffen sind. Auch Konzerte, Kunstaktionen und alternative Medien sind Teil davon. Ziviler Ungehorsam gehört ebenfalls dazu. Das heißt: Regeln bewusst zu brechen, um auf Unrecht aufmerksam zu machen, zum Beispiel durch Sitzblockaden gegen Naziaufmärsche oder das Entfernen rechter Propaganda.
Wir wissen: Die Unterschiede zwischen arm und reich sowie zwischen mächtig und machtlos entstehen nicht zufällig. Sie entstehen durch ein System, in dem wenige Menschen viel besitzen und viele Menschen für sie arbeiten müssen. Dabei werden viele ausgebeutet. Diese Zustände müssen grundlegend verändert werden. Befreiung bedeutet für uns nicht nur eine Idee oder ein schönes Wort. Befreiung heißt: Die Lebensbedingungen von Menschen müssen sich wirklich verbessern. Das geht nur gemeinsam und durch aktives Handeln.
Der Staat ist für uns nicht neutral. Das heißt: Er steht nicht einfach auf der Seite aller Menschen. Oft schützt er vor allem die Interessen von reichen und mächtigen Menschen. Polizei, Gerichte und Behörden sind nicht dafür da, uns zu schützen. Ihr Hauptzweck ist es, die bestehenden Machtverhältnisse aufrechtzuerhalten. Deshalb verlassen wir uns nicht auf staatliche Hilfe, sondern bauen eigene Strukturen auf. Dazu gehören Selbstorganisation, gegenseitige Hilfe und direkte Aktion.
Wir lehnen die sogenannte Extremismus Logik ab. Diese behauptet, antifaschistischer Widerstand sei genauso schlimm wie rechte Gewalt. Das ist falsch. Wer beides gleichsetzt, verharmlost rechte Gewalt und greift Menschen an, die sich ihr entgegenstellen.
In unserem Alltag, in unserer Stadt und überall dort, wo rechte, faschistische oder menschenfeindliche Gruppen auftreten, leisten wir Widerstand. Gemeinsam, solidarisch und entschlossen.